Orchester l’arte del mondo

Das Orchester l’arte del mondo, 2004 von seinem künstlerischen Leiter Werner Ehrhardt gegründet, sieht sich in der Tradition der so genannten Alten Musik auf historischen Instrumenten. Genauso widmet es sich aber auch dem Spiel auf modernem Instrumentarium und einem Repertoire bis hin zur zeitgenössischen Musik. Eines der Markenzeichen von l’arte del mondo sind seine ausgefallenen Programme, darunter musikalisch-interkulturelle Begegnungen, Opernprojekte sowie Ausgrabungen vergessener Werke. Darüber hinaus arbeitet l’arte del mondo regelmäßig mit renommierten Solisten zusammen. Von seinen dreißig CD-Einspielungen sind nicht wenige preisgekrönt.

Geschichte

Werner Ehrhardts während eines Italien-Urlaubs entstandener Wunsch, verstärkt abseits des üblichen Konzertkanons zu denken, neue Schnittmengen zwischen Alter Musik und anderen Genres zu finden und darauf hinzuarbeiten, musikalisch-interkulturelle Brücken zu bauen, nahm 2004 mit seiner Gründung des Ensembles l’arte del mondo Gestalt an. Musikalische Mitstreiter waren schnell gefunden und sind mitunter bis heute fester Bestandteil des Ensembles, dem Werner Ehrhardt nach wie vor als künstlerischer Leiter vorsteht. Zu den ersten realisierten Projekten gehörten Harem - La Fête du Sérail mit dem türkischen Pera Ensemble und die gemeinsame Produktion von Glucks Oper "Le Cinesi" mit Akteuren der Chinese National Peking Opera Company.

Programme

Die historische Aufführungspraxis ist der Ausgangspunkt des Ensembles und seiner Arbeit. Eines der Markenzeichen von l’arte del mondo sind ausgefallene, höchst innovative Programme, mit denen es weit über den Tellerrand des gängigen Konzertbetriebs und damit in dessen Zukunft schaut. Hierzu zählen genreübergreifende Projekte mit dem türkischen Pera Ensemble (Carneval Oriental, Entführung alla Turca), mit Künstlern der Peking-Oper (Gluck "Le Cinesi") oder israelischen und palästinensischen Musikern (Israel in Egypt, Night in the Desert). Mit Daniel Hope und "The Four Seasons Recomposed", Max Richters sensationell erfolgreicher Neubetrachtung von Vivaldis "Vier Jahreszeiten", ist l’arte del mondo auf der ganzen Welt zu Gast gewesen. Ein weiterer Höhepunkt war die aufsehenerregende vertanzte Matthäus-Passion-2727 mit der israelischen Kamea Dance Company, die sowohl in Deutschland als auch in Israel zur Aufführung kam, u.a. am Jerusalem Theatre. Erneute Aufführungen sind für die Passionszeit 2022 geplant.

Gastsolisten

l’arte del mondo arbeitet regelmäßig mit renommierten Solisten zusammen, so beispielweise mit Daniel Hope, Nils Mönkemeyer, Daniel Müller-Schott, Dorothee Oberlinger, Avi Avital oder Xavier de Maistre.

Gastauftritte

In vergangenen Spielzeiten gastierte l’arte del mondo u. a. in der Elbphilharmonie Hamburg, im Münchner Herkulessaal, mit einer eigenen Residency beim Festival Montréal Baroque, mit der Salieri-Oper La Fiera di Venezia bei den SWR Schwetzinger Festspielen, beim MDR Musiksommer, den Grundton-D-Konzerten des Deutschlandfunks, beim Beethovenfest Bonn, beim Mosel Musik Festival, in den Theatern von Winterthur und Darmstadt oder auch in der Dresdner Frauenkirche. 2019-20 präsentierte das Ensemble neben Mozarts "Zauberflöte" in der Goethe-Fassung die welterste Gesamtaufführung der Oper "Scherz, List und Rache" von P.C. Kayser nach einem Libretto von Goethe und ging mit Avi Avital auf Tournee in Südamerika. l'arte del mondo war darüber hinaus u.a. in der Alten Oper Frankfurt, der Liederhalle Stuttgart, im Festspielhaus Baden-Baden, in der Essener Philharmonie, im Schiffbau Zürich, beim Rheingau Musik Festival, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und in der Dubai Opera zu hören.

Aufnahmen

Seit der Gründung von l’arte del mondo wurde in Zusammenarbeit u.a. mit den CD-Labels Capriccio das außergewöhnliche Schaffen dieses Ensembles auf mittlerweile dreißig Alben dokumentiert, zu dem viele Weltpremieren und Wiederentdeckungen zählen – sowohl im sinfonischen Bereich als auch bei Oper und Oratorium. So wurden zum Beispiel die Einspielung der Opéra Comique "L’Irato ou l’Emporté" (Capriccio, 2006) von Etienne Nicolas Méhul als auch das Album Liaisons (Onyx Classics, 2011) mit der israelischen Sopranistin Chen Reiss mit Werken von Mozart, Salieri und Joseph Haydn mit dem renommierten französischen Diapason d‘Or ausgezeichnet.

Seit der Saison 2010/11 erscheinen die Aufnahmen von l’arte del mondo bei Sony/Deutsche Harmonia Mundi, beginnend mit Amor Oriental. Es folgten u.a. Weltersteinspielungen wie Pasquale Anfossis "La finta giardiniera" mit Nuria Rial und Krystian Adam, die Begräbniskantate von Joseph Martin Kraus mit dem RIAS-Kammerchor oder Christoph Willibald Glucks "La Clemenza di Tito", die 2014 ebenfalls den Diapason d’Or erhielt. Im Herbst 2016 erschien die sensationelle Wiederentdeckung und Weltersteinspielung von Antonio Salieris Oper "La Scuola de‘ Gelosi"; 2018 veröffentlichte Sony/dhm die sehr gut besprochene Weltersteinspielung dreier Sinfonien von Anton Zimmermann. Im Sommer 2019 erschienen bei dhm/Sony die Aufnahme von Salieris "La Fiera di Venezia" und bei Berlin Classics Bach’sche Oboenkonzerte mit Céline Moinet. 2020 wird dhm/Sony die Weltersteinspielung der Oper "Scherz, List und Rache" von P.C. Kayser nach einem Libretto von J.W. von Goethe veröffentlichen.

Kooperationen

l’arte del mondo wird seit der Spielzeit 2010/11 als permanentes orchestra in residence von Bayer Kultur gefördert. Das Ensemble probt und arbeitet im Erholungshaus Leverkusen und entwickelt gemeinsam mit Bayer Kultur außergewöhnliche Konzepte, darunter Kinderkonzerte sowie die Reihe „Opern aus den Archiven der Welt“. Ausgewählte Opern- und Konzertprojekte werden vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen oder der Kunststiftung NRW unterstützt.

 
Start > l'arte del mondo > Orchester l’arte del mondo