Orfeo 2.0 – a baRock Opera

Mantua, 24. Februar 1607: Einem ausgewählten höfischen Publikum wird an diesem Abend ein Meisterwerk präsentiert, das die Tür in eine neue Epoche der Musikgeschichte öffnet. Ein Werk, das der Musik ihren Weg bis in unsere Zeit ebnet.

l’arte de mondo wird sich zum Monteverdi-Jahr 2017 auf höchst innovative Weise mit der Frage auseinandersetzen, wie wir heute mit dem Orfeo umgehen und ihn auf neue Weise betrachten können, und auch hierbei wieder in bester Tradition internationale Beziehungen nutzen: diesmal mit Konzerten in Italien und italienischen Musikern.

Was uns Monteverdi hinterlassen hat, ist eine Partitur, die nur äußerst spärlich über die Instrumentierung und die Ausführung überhaupt Auskunft gibt. Denken wir an den Jazz, drängen sich sofort Parallelen auf. Auch hier findet sich nur ein Bruchteil dessen, was wir hören, notiert. Alles andere wird improvisiert und basiert auf dem reichen Erfahrungsschatz der Musiker und ihrer Professionalität. Dies gilt auch für den Orfeo! Was Lautenisten, Cembalisten, Geiger, Harfenisten spielten, findet sich nicht im Entferntesten in dem wieder, was uns schriftlich überliefert ist.

Bei allem Studium der Quellen können wir uns nur eine Ahnung von all dem verschaffen, und gäbe es die Möglichkeit, mit einer Zeitmaschine ins Jahr 1607 zurückzukehren, würden wir wahrscheinlich trotz allem unseren Ohren nicht trauen.

l'arte del mondo wird eingeschliffene Hörgewohnheiten löschen, noch einmal ganz neu an den Orfeo herangehen und auf neue Weise das Revolutionäre hervorbringen, das dieses Werk für seine – und unsere – Zeit darstellt.

Die Idee zu dieser Orfeo-Version entstand beim Improvisieren „moderner“, jazziger und poppiger Rhythmen und Harmonien über Monteverdis Musik, und siehe da: Die Sänger waren berauscht von diesem Ansatz, fanden völlig neue Ansätze und alle Anwesenden waren verblüfft, wie perfekt all dies aufeinanderpasste!

Vom Blues über Rock, Jazz, Progressive, Post-Punk bis hin zum Experimental Rock ist bei Monteverdi alles angelegt. Es ist alles bereits in seiner Musik. Und diese scheint im Lichte dieser Betrachtung nach 400 Jahren tonaler Musik noch moderner als jemals zuvor …

Dies zu zeigen, hat sich l’arte del mondo für das Monteverdi-Jahr vorgenommen, mit den dazugehörigen Musikern und ihren Instrumenten – in einer Version, die die Energie dieser Musik befreit, wie sie in einer rein „historisierenden“ Aufführung gar nicht möglich ist. Darüber hinaus ist es das Ziel dieses Projekts, durch den genreübergreifenden Ansatz neues, junges Publikum anzuziehen und Jugendprojekte zu entwickeln.

Die Instrumentalisten aus dem Bereich Rock, Pop etc. werden größten Teils aus Italien kommen; und immanenter Teil des Vorhabens sind Konzerte in Italien.

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