Mozarts Entführung – alla turca

Nach Glucks wundervoller Oper Le Cinesi, die l’arte del mondo gemeinsam mit der Peking-Oper realisiert hat, wird hier ein weiteres Mal auf internationale Beziehungen gesetzt. Gemeinsam mit dem renommierten Pera Ensemble, das mitteleuropäische und türkische Musiker zusammenbringt, erzählen l‘arte del mondo und der Regissuer Igor Folwill Mozarts Geschichte „aus dem inneren des Serails“ heraus und bereichern Mozarts Partitur mit osmanischen Klängen, ohne sie zu beschädigen. Die Entführung entfaltet auf diese Weise ihren märchenhaften und utopischen Charakter.
 
Die Regie der Operninszenierung hat Igor Folwill übernommen. Und damit zugleich die Herausforderung angenommen, das Werk für die Barockbühne des Goethe-Theaters in Bad Lauchstädt zu adaptieren (hier fand die Premiere statt). Hinzu kam die inhaltliche Auseinandersetzung: All die Schwierigkeiten – „Intrigen“ –, die Mozart in der „Entführung“ in die seinerzeit als weit entfernt geltende Türkei verlegt hat, waren während der Entstehungszeit des Singspiels durchaus auch ganz aktuelle Probleme in den europäischen Staaten: Rache um Rache, Zahn um Zahn, feudale Herrscherwillkür und Sklaverei. Das Licht der Aufklärung leuchtete mitnichten überall. Trotzdem schafft es Igor Folwill, die Geschichte in ein eher märchenhaftes, aus der Zeit genommenes Gewand zu kleiden, das sowohl unterhaltsam ist als auch dem Auge große Freude bereitet.

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