Israel in Egypt – ein interreligiöses Oratorium

„Israel in Egypt“ ist eines der bekanntesten und beliebtesten Oratorien des in Halle geborenen Komponisten Georg Friedrich Händel, das den Exodus des israelitischen Volkes aus Ägypten beschreibt bzw. reflektiert. Händel komponierte das groß angelegte Chororatorium 1738 in London, wo er seit 1712 lebte.

Der im „Israel in Egypt“ beschriebene Auszug des jüdischen Volkes und die daran anschließenden Reflexionen sind durch die Wiedergabe in der jüdischen Tora und in der christlichen Bibel (Bücher Moses, Altes Testament) substantieller Bestandteil der jeweiligen Religion. Auch im Islam spielten die Tora (Judentum) bzw. die 5 Bücher Moses (Christentum) eine nicht unbedeutende Rolle.

Mit dem geplanten interreligiösen Projekt „Israel in Egypt – Von der Sklaverei zur Freiheit“ soll eine archetypische Geschichte der Menschheit über den Auszug des israelitischen Volkes aus Ägypten in einer musikalisch breit angelegten, Völker, Religionen und Menschen verbindenden Form erzählt werden. Basis hierfür ist Händels Oratorium „Israel in Egypt“, das überall auf der Welt aufgeführt wird und zu den beliebtesten Werken des Komponisten zählt. Das Libretto des Oratoriums besteht aus reinem Bibeltext (Textgrundlage bildet die englische King James Bible): Teil 2 („Moses Song“) ist eine fast lückenlose Übernahme von Kap. XV, v. 1-21 des zweiten Buch Moses aus dem Alten Testament („Shemot“der Tora); beim 1. Teil („Exodus“) mit der dicht gedrängten Erzählung des Auszugs und den Plagen handelt es sich um eine Kompilation der früheren Kapitel des zweiten Buch Moses („Shemot“ der Tora).

All das, was im ersten Teil „geschieht“ bzw. reportageartig lapidar und ohne Kommentar berichtet wird, ist im zweiten Teil Gegenstand um sich selbst kreisender Reflexionen. Für die musikalisch-formale Umsetzung des Konzertprojekts „Israel in Egypt – Von der Sklaverei zur Freiheit“ wirken neben Musikern aus der (west-)europäisch und christlich geprägten Barockmusikszene (Barockorchester und Chor) Musiker mit einem jüdischen und muslimischen Hintergrund mit.

Neben dem israelischen Oud-Spieler und Violinisten Yair Dalal, mit dem gleichzeitig das Projektkonzept entwickelt wird, werden auch ein jüdischer Kantor und Musiker aus dem arabisch-muslimischen Kulturkreis mitwirken. Grundsätzlich treten die Musiker miteinander einerseits in einen musikalisch konzertierenden Dialog, andererseits kreieren sie gemeinsam einzelne Musikstücke. Es geht weniger um eine Gegenüberstellung musikalischer und inhaltlicher Ebenen, sondern um ein Miteinander-Gestalten der Geschichte „Israel in Egypt“.

Dieser, durchaus auch kulturpolitisch wertvolle Aspekt bietet im Zusammenspiel mit den jüdischen, muslimischen und christlichen Musikern aus Israel einen nicht alltäglichen Zugang und Möglichkeiten zur Begegnung zwischen den Kulturen. Das übergreifende Ziel für Zuhörer wie Ausführende ist die Schaffung von Respekt, Toleranz und Verständnis für das jeweils andere mittels der Kraft der Musik.

Weitere Informationen unter www.israel-in-egypt.com oder per PDF-Download

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